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Der Bär...

Altes Brauchtum zu  „ Fasenacht „

Von den ursprünglichen Fasnachtssitten ist im Hoch- und Idarwaldgebiet nicht viel
übrig geblieben. Es gibt jedoch auch noch Dörfer wie Wirschweiler ,im Volksmund
auch „Hääre“ genannt, in denen das alte Brauchtum noch nicht in Vergessenheit geraten ist, so :“De Bär“.
Am Fastnachtsdienstag werden morgens von der Dorfjugend aus Stroh lange Schnüre gedreht. Damit wickelt man eine männliche Person auf kunstvolle Art ein und setzt ihm eine Bärenmaske auf. An einer eisernen Kette wird er dann durchs Dorf geführt, begleitet von kostümierten Jugendlichen, die ein Wägelchen oder eine Schubkarre mitführen.
Autos wie auch Passanten auf den Strassen werden angehalten und um Geld erleichtert. An den Häusern klopft man bis aufgemacht wird, dann singt man  das Lied: 
                   Hahn Äppel Hahn
             die Fasenacht fängt an,
            gebt ma Eier orrer Speck
        ann gehn ma von de Dier aweg,
            los us nit so lang lo stehn,
      mir misse noch a Häisje weirergehn.
               Los dat Messer blinke,
        schneid ma a Stick vom Schinke
     so lang wie meinem Vadder sei Schuh,
          dann hom alle gare  genuuch.
                 Lo uwe in de Fierscht
             hingt a Stang voll Wierscht,
                 mir gebt do die lange,
                die kläne lost da hange.

Diese Tradition verkörpert nach uralter vorchristlicher Überlieferung die
Austreibung des Winterdämons. Die begleitenden maskierten  Jugendlichen sind nach heidnischer Kultüberlieferung Mittel zur Täuschung und Abschreckung des Seelentieres des Todes. In der gemeinsamen Mahlzeit (Gebratene Eier und Speck).bei der "de Bär“ einen Hauptanteil erhält, klingt ein vorzeitliches Versöhnungs- und Opfermahl mit den Totengeistern nach. Gleichzeitig kennzeichnen die Eier als wichtigster Teil des Essens die einsetzende Fruchtbarkeit der Vorfrühlingszeit.
W.P.